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Hat das Schiff bereits einen Antrieb?

Im ersten Moment klingt diese Frage wahrscheinlich merkwürdig, aber wir möchten damit eigentlich die Frage stellen, ob möglicherweise ein Wechsel der Antriebsart, z.B. von Wellenantrieb auf Sail Drive, vorteilhaft ist oder falls das Schiff noch keinen Antrieb besitzt, welche Antriebsart gewählt werden sollte.

Das Schiff besitzt bereits einen Antrieb

Im Regelfall ist es empfehlenswert bei der vorhandenen Antriebsart zu bleiben, d.h. lediglich den Verbrennungsmotor gegen einen elektrischen Antrieb zu tauschen, da der Umbauaufwand der Antriebsart, wir meinen hiermit nicht den Motor, sehr hoch ist, ohne dass es zu einer wesentlichen Verbesserung am Schiff kommt.

Dennoch gibt es Ausnahmen von dieser Regel:

  • Der Antrieb ist defekt

Ein denkbarer Fall, bei dem ein kompletter Austausch der bisherigen Antriebsanlage sinnvoll erscheint ist ein defekter “Uralt” Sail Drive wie z.B. Bukh DV8 SME, bei dem die Fundamentöffnung für einen aktuellen Sail Drive zu klein ist. In diesem Fall muß das alte Fundament komplett entfernt , der Rumpausschnitt vergrößert und ein neues Fundament einlaminiert werden.

Hier stellt sich die Frage, ob es nicht einfacher wäre auf einen Flanschmotor (POD-Antrieb) zu wechseln und die Rumpföffnung einfach zu laminieren.

In allen anderen Fällen erscheint uns der Austausch des defekten Antriebs gegen einen identischen neuen Antrieb oder die Reparatur des defekten Antriebs als bessere Lösung gegenüber dem Wechsel der Antriebsart.

  • Wechsel von Außenbordmotor auf EInbaumotor

Hier betrachten wir den Fall, dass das Schiff, betrifft speziell Segelboote, bislang einen Außenbordmotor als Antrieb besitzt und  der Wunsch besteht diesen im Rahmen der Umstellung auf elektrischen Antrieb gegen einen Einbaumotor zu ersetzen. Gründe hierfür können z.B. der Wunsch nach besserer Manöverierfähigkeit,  Propeller mittschiffs und direkte Anströmung des Ruders anstatt seitlich am Heck montierter Außenbordmotor oder der Wunsch nach einem freien Heck sein.

Hier bietet sich dann der Einbau eines nichtdrehbaren Unterwasserflanschmotors an. Der Umbauaufwand hält sich in diesem Fall in Grenzen, es muß lediglich sicher gestellt sein, dass an der Montagestelle des Flanschmotors die Kraft sicher in den Rumpf geleitet werden kann. Hierzu ist gegebenenfalls eine Verstärkung auf der Rumpfinnenseite einzulaminieren. Damit die Propellerwelle waagerecht liegt, wir die Rumpfneigung am Montageort  mit einem schiffsspezifischen Ausgleichskeil ausgeglichen. Ansonsten sind keinerlei weiteren Umbaumaßnahmen erforderlich.

Alle anderen Antriebsvarianten, Sail Drive oder Wellenantrieb, erfordern einen derart massiven Umbauaufwand, dass wir hiervon abraten.

Bei einem Motorboot, das bislang mit einem Außenbordmotor angetrieben wird, raten wir von einer Umrüstung auf einen Einbaumotor ab, da Motorboote mit Außenborder im Regelfall kein eigenes Ruderblatt besitzen sondern die Lenkung über den Außenbordmotor erfolgt. Eine Umrüstung würde eine vollständig neue Ruderanlage benötigen. Damit stehen Aufwand und Nutzen in keiner sinnvollen Relation.

Das Schiff besitzt noch keinen Antrieb

Falls ihr Schiff noch keinen Antrieb besitzt, Sie planen z.B. einen individuellen Neubau, geben wir folgende Empfehlung:

  • Segelyacht bis zu ca. max. 2,0t Verdrängung: Unterwasserflanschmotor fest montiert
  • Segelyacht ab ca. 2,0t Verdrängung: Sail Drive
  • Segel- oder Motorkatamaran: je Rumpf ein Sail Drive
  • kleiners Motorboot: Elektroaußenbordmotor
  • Motoryacht (Verdränger) bis zu ca. 1,5t Verdrängung: idealfall 2 Unterwasserflanschmotore fest montiert, alternativ natürlich auch nur ein Motor
  • Motoryacht (Verdränger) ab ca. 1,5t Verdrängung: Wellenantrieb, ideal 2 Wellenantriebe

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Redaktionsschluß 15.05.2026