Kann ich den Motor selbst einbauen?
Hierbei kommt es darauf an, um welchen Motortyp es sich handelt, in wie weit das Schiff hierzu vorbereitet ist und natürlich auf die eigenen handwerklichen Fähigkeiten.
Hierzu noch eine Bitte, beurteilen Sie diese Frage ehrlich gegenüber sich selbst und bedenken Sie, dass Fehler fatale Folgen haben können und eventuell Ihre Sicherheit davon abhängt.
Außenborder
Prinzipiell ist der Selbsteinbau eines Außenborders wesentlich einfacher als der eines Einbaumotors.
Handelt es sich um einen Motor mit integrierter Batterie wie z.B. einem ePropulsion nSpirit, entfällt jegliche Montagearbeit, der Motor wird einfach an die Heckspiegelhalterung angeklemmt, genau wie ein Verbrennungsmotor und ist betriebsbereit
Geringfügig komplizierter wird es bei leistungsstärkeren Außenbordmotoren mit externer Batterie, da hier Leitungen mit doch erheblichem Kabelquerschnitt verlegt werden müssen und Preßwerkzeuge für derartige Querschnitte nicht “haushaltsüblich” sind.
Eine Lösung sind in diesem Fall Ringkabelschuhe und Batteriepolklemmen mit Schraubanschluß, nur ist bei diesen die Kontaktierung und der Übergangswiderstand schlechter als bei verpreßten Anschlüssen, abgesehen von der stärkeren Korrosionsanfälligkeit. Wir bieten daher vorkonfektionierte Kabelsätze an, die wir genau passend auf die Einbaumaße in Ihrem Schiff fertigen.
Nur geringen Mehraufwand erfordert der Einbau einer Einhebelschaltung, wie sie für alle größere Motore üblich ist. Hier sind einerseits die Kabelquerschnitte gering, die Leitungen lassen sich also sehr gut verlegen, andererseits verfügen die Kabel bereits über angeschlagene Steckverbinder und müssen nur noch entsprechend zusammen gesteckt werden.
Unbedingt erforderlich sind jedoch Grundkenntnisse im Lesen eines elektrischen Schaltplans, da bei Falschmontage der Schaden, bedingt durch die hohen Ströme die fließen können, sehr groß sein kann und bis zum Kabelbrand oder der Zerstörung der Motorelektronik gehen kann.
Sofern Sie bei uns ein Komplettpaket (Motor, Batterien, Ladegerät usw.) kaufen, liefern wir Ihnen auf Wunsch einen gekennzeichneten Kabelsatz, d.h. jedes Leitungsende ist eindeutig gekennzeichnet und muß lediglich mit dem identisch gekennzeichneten Geräteanschluß verbunden werden. Aber auch dies setzt absolut sauberes Arbeiten voraus.
Sail-Drive
Sofern noch kein Motorfundament vorhanden ist, stehen Laminierarbeiten an, bei denen sehr sorgfältig gearbeitet werden muß. Einerseits liegt der Durchbruch unterhalb der Wasserlinie und hat einen sehr großen Querschnitt, die Folgen bei nicht sorgfältiger Laminierung dürften eindeutig sein, andererseits muß das Fundament sehr sorgfältig sowohl in der Vertikalen als auch Horizontalen ausgerichtet werden, da am Sail-Drive selbst keine Justiermöglichkeiten vorhanden sind.
Eine, auch nur leichte Verdrehung in der Schiffslängsachse bedeutet z.B. dass das Schiff bei Rudermittelstellung nicht mehr geradeaus fährt!
Diese Arbeit sollte also nur dann selbst ausgeführt werden, wenn man die entsprechenden Erfahrungen im Laminieren hat, ansonsten sollte hierfür ein erfahrener Bootsbauer hinzu gezogen werden. Die hierfür aufzuwendenden Kosten stehen in keinem Verhältnis zu dem Aufwand und Ärger der durch mangelhaft selbstausgeführte Arbeiten entsteht und lohnen sich in jedem Fall.
Ist hingegen bereits ein Fundament vorhanden, da z.B. nur von Diesel auf E-Antrieb umgerüstet wird, ist der mechanische Einbau problemlos und beschränkt sich auf das Anziehen einiger Schraubverbindungen M8 oder M10 und dem Einbau einer Flachdichtung.
Für die elektrische Montage gilt das bereits im Abschnitt “Außenborder” gesagte, also das einerseits die entsprechenden Werkzeuge, Preßzange für die Kabelschuhe, Kabelschere für sauberen Schnitt auch größerer Kabelquerschnitte, anderseits Grundkenntnisse im Lesen eines Schaltplanes unbedingt erforderlich sind, da bei Falschmontage der Schaden bedingt durch die hohen Ströme, die fließen können, sehr groß sein kann, z.B. bis zum Kabelbrand oder der Zerstörung der Motorsteuerelektronik.
Selbstverständlich können Sie, sofern Sie bei uns ein Komplettpaket (Motor, Batterien, Ladegerät usw.) kaufen, optional einen gekennzeichneten Kabelsatz bei uns erwerben, bei dem jedes Leitungsende eindeutig gekennzeichnet ist und das lediglich mit dem identisch gekennzeichneten Geräteanschluß verbunden werden muß. Aber auch dies setzt wie bereits erwähnt absolut sauberes Arbeiten voraus.
Wellenantrieb
Der Selbsteinbau eines Wellenantriebs erfordert einige handwerkliche Fähigkeiten da das Motorfundament mit Sicherheit angepaßt werden muß.
Hierbei ist es absolut wichtig, dass die Welle des neuen Motors genau fluchtend zur Propellerwelle eingebaut wird. Die Neigung und Höhe läßt sich über die Motorlagerfüße im weiten Bereich einstellen und nachträglich justieren, der seitliche Winkelversatz muß jedoch bereits bei der Anpassung des Fundaments vermieden werden. Auch wenn Sie eine elastisiche Wellenkupplung verwenden kann diese nur einen sehr kleinen Winkelversatz ausgleichen.
Wird das Toleranzmaß hierbei überschritten führt dies zum einen zu einem unruhigen Motorlauf (Vibrationen) und auf Dauer werden alle Lager und auch die Wellendurchführung massiv geschädigt.
Man sollte sich also eines elektrischen Wellenantriebs nur zutrauen, wenn man wirklich über ausreichende handwerklichen Fähigkeiten und das benötigte Werkzeug und Meßmittel verfügt.
Bezüglich des elektrischen Anschlusses gilt, was bereits unter dem Punkt “Sail Drive” ausgeführt wurde.
Z-Antrieb
Beim Selbsteinbau eines Z-Antriebs liegt die größte Schwierigkeit nicht beim Einbau, sondern bei der Maßabnahme für die mechanische Konstruktion des neuen elektrischen Antriebs. Entgegen einem Sail Drive oder auch Wellenantriebs müssen eine Reihe von Einbaumaßen am Schiff abgenommen werden.
Das Abnehmen der erforderlichen Maße für die Erstellung der Fertigungsunterlagen für die neuen Motorkomponenten vom Getriebe erfordert zwar hohe Sorgfalt, sollte aber ebenfalls für jeden technisch versierten Bootseigner in Eigenregie möglich sein. Sie erhalten hierzu von uns eine Liste mit den benötigten Abmaßen, nach denen wir die neuen Antriebskomponenten fertigen.
Sofern dieser Schritt sorgfältigst ausgeführt wurde gestaltet sich der Anbau des neuen Antriebs an das vorhandene Getriebe relativ einfach, da die neuen Teile paßgenau zum vorhandenen Flansch gefertigt werden und damit die Wellen, im Gegensatz zum Wellenantrieb, automatisch fluchten.
Nur abraten können wir jedoch von der Idee die neue Motorhalterung in Eigenregie zu fertigen. Dies erfordert sowohl Maschinenbaukenntnisse und zur Teilefertigun die entsprechende maschinelle Ausrüstung, z.B. Fräsmaschine mit Ausdrehkopf, Drehbank usw.
Bereits kleine Ungenauigkeiten machen sich in Lagefehler der Motorwelle und Getriebewelle bemerkbar, die zur Zerstörung der Lager führen können.
Bezüglich des elektrischen Anschlusses gilt, was bereits unter dem Punkt “Sail Drive” ausgeführt wurde.
Vorbereitende Arbeiten zur Umrüstung
Die vorbereitenden Arbeiten für den Austausch des Verbrennungsmotors gegen einen elektrischen Antrieb können sehr gut in Eigenregie ausgeführt werden.
Hierbei muß an erster Stelle der alte Verbrennungsmotor mit all seinen Zusatzkomponenten komplett ausgebaut werden, wobei meist das größte Problem das Gewicht des Verbrennungsmotors sein wird.
Sollte der neue elektrische Antrieb Flüssigkeitskühlung haben, werden natürlich Seewasserfilter, Schwanenhals, eventuell vorhander Ausgleichsbehälter und sonstige zum Kühlwasserkreislauf gehörenden und auch zukünftig benötigten Komponenten nicht ausgebaut, sondern lediglich revidiert
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Redaktionsschluß 15.05.2026